Zuletzt geändert am 13. April 2020 um 08:43

Callsign

Ein Rufzeichen (engl. callsign) ist eine eindeutige Bezeichnung für ein Luftfahrzeug oder eine Flugsicherungsstation, die im Sprechfunk zur Identifikation der kommunizierenden Stationen dient.

Piloten

Jedes Luftfahrzeug meldet sich mit einem individuellen Rufzeichen beim Lotsen. Diese Rufzeichen werden folgendermaßen unterschieden:

Company-Callsigns

Das Callsign setzt sich aus dem dreistelligen ICAO-Code der Airline und einer ein- bis vierstelligen Zahl zusammen. Die zweistelligen IATA-Codes haben weder im Flugplan noch im Callsign etwas verloren! Ausgesprochen werden diese Flugnummern folgendermaßen:

  AUA25: AUSTRIAN TWO-FIVE
  DLH874: LUFTHANSA EIGHT-SEVEN-FOUR

Um Verwechslungen bei ähnlich klingenden Zahlenkombinationen zu vermeiden, setzen manche Airlines zur Vereinfachung auch Buchstaben in den Callsigns ein (alphanumerische Callsigns):

  EZY23TB: EASY TWO-TREE TANGO-BRAVO
  AUA731D: AUSTRIAN SEVEN-TREE-ONE DELTA

Welche Airlines welche ICAO-Codes und Rufzeichen haben, könnt ihr ganz einfach auf Wikipedia herausfinden. Kennt ihr die Flugnummer eures Fluges, dann könnt ihr auf FlightRadar24 das entsprechende Callsign heraussuchen. Viele Callsigns stimmen nämlich nicht mit den Flugnummern überein (z.B. Ryanair-Flug 1134 Berlin-Barcelona: Flugnummer FR1134, Callsign RYR8V)

Flugzeugregistrierung

Vorallem im VFR-Bereich werden in der Regel die 5-stelligen LFZ-Registrierungen verwendet:

  OE-KFV: OSCAR-ECHO-KILO-FOXTROTT-VICTOR
  OE-ATM: OSCAR-ECHO-ALFA-TANGO-MIKE
  D-ESMO: DELTA-ECHO-SIERRA-MIKE-OSCAR

Die Callsigns werden gemäß des ICAO Funkalphabets ausgesprochen. Bei geringer Frequenzbelastung können diese Registrierungen auch abgekürzt werden. Diese Abkürzungen dürfen ausschließlich nach Anordnung des Lotsen benützt werden und setzen sich aus dem ersten und den beiden letzten Buchstaben der Registrierung. Aus OE-KFV wird dann zu O-FV. In einem Sektor dürfen nur dann Abkürzungen für Rufzeichen verwendet werden, wenn keine Verwechslungsmöglichkeiten vorliegen. Unter Umständen kann der Lotse den Piloten anweisen, wieder das vollständige Rufzeichen zu kommunizieren (z.B. wenn andere Flugzeuge mit ähnlichem Rufzeichen im Sektor unterwegs sind).

Lotsen

Bodenfunkstellen setzen sich grundsätzlich aus dem Namen der Funkstelle und der jeweiligen Position zusammen. Lotsenpositionen werden entweder einem bestimmten Flugplatz (LOWI_TWR), oder einer FIR zugeordnet (LOVV_CTR). Wie diese Bezeichnungen zusammengesetzt werden, könnt ihr dem Artikel Grundlagen Lotsen entnehmen. Die wichtigsten Lotsenpositionen mit ihrer Aussprache sind hier zusammengefasst:

  LOWW_DEL: WIEN DELIVERY
  LOWW_GND: WIEN GROUND
  LOWG_TWR: GRAZ TOWER
  LOWI_APP: INNSBRUCK RADAR (nicht Approach!)
  LOVV_CTR: WIEN RADAR (nicht Center!)

In deutscher Sprache werden die Positionen als Rollkontrolle (Ground) und Turm (Tower) bezeichnet, die anderen Stationen werden wie im Englischen ausgesprochen.

Diese Regelungen geltern hauptsächlich in Österreich. In anderen Ländern können andere Regelungen gelten.