Staffelung im Tower-Bereich

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Einleitung[Bearbeiten]

Der Tower-Controller ist für alle Flugzeuge in seiner Kontrollzone verantwortlich. Da in Österreich alle Kontrollzone der Luftraumklasse D angehören, gelten folgende Staffelungsverpflichtungen:
  • IFR zu IFR
  • IFR zu SVFR

Dieser Artikel soll einen Überblick über die verschiedenen Arten der Staffelung im Tower-Bereich geben. Die Staffelungsarbeit im Tower ist grundlegend anders als auf anderen Positionen. Zwar haben bereits viele Türme ein Radar zur Verfügung, allerdings können sie nur bedingt in die Flugwege der Maschinen eingreifen.

Abflüge[Bearbeiten]

Der Tower Controller muss gewährleisten, dass zwei Flieger, die hintereinander von einem Flugplatz abfliegen, zu jeder Zeit gestaffelt sind. Eine Methode, die besonders auf Flugplätzen ohne Radarunterstützung Anwendung findet, ist die zeitbasierte Staffelung

Zeitbasierte Staffelung[Bearbeiten]

Für zwei Abflüge dergleichen Wake Turbulence Category auf der gleichen Piste mit derselben Abflugsroute gelten prinzipiell 2 Minuten. Ansonsten finden folgende Mindeststaffelungswerte Anwendung:

Nachfolgend Vorausfliegend Mindeststaffelung
Medium hinter Heavy 2 Minuten
Light hinter Heavy 2 Minuten
Light hinter Medium 2 Minuten
Medium hinter Super 3 Minuten
Light hinter Super 3 Minuten


Zwischen zwei Maschinen gleicher Wake Turbulence Category, die nach dem Start einen um mindestens 45° verschiedenen Track fliegen, reicht eine Staffelung von 1 Minute. Der früheste Zeitpunkt, zu dem jedoch die Startfreigabe an das nachfolgende LFZ gegeben werden darf, ist, wenn die vorausfliegende Maschine den gegenüberliegenden Threshold überflogen hat.
Startet das nachfolgende Flugzeug von einer Intersection, die die Startstrecke verkürzt, so ist auf die Standardwerte jeweils 1 Minute zu addieren.

Radarstaffelung[Bearbeiten]

Alle österreichischen Tower sind mit einem Radar ausgestattet. Mithilfe des Radars kann die Staffelung zwischen zwei Flugzeugen etwas verkleinert werden. Prinzipiell gilt die Mindeststaffelung von 3 Meilen horizontal bzw. 1000 Fuß vertikal in der Kontrollzone. Unabhängig davon sind jedoch stets die im nächsten Punkt näher erläuterten Wirbelschleppenstaffelungswerte einzuhalten

Wirbelschleppenstaffelung[Bearbeiten]

In folgenden Situationen sind im Tower-Bereich die Wirbelschleppenstaffelungsmindestwerte einzuhalten:

  • Zwei Luftfahrzeuge benutzen dieselbe Piste oder Parallelpisten, die weniger als 760 m voneinander entfernt sind
  • Zwei Luftfahrzeuge benutzen parallele Pisten mit einem Abstand von 760 m oder mehr und der Flugweg des vorausfliegenden Luftfahrzeugs wird in der gleichen Höhe oder weniger als 1000 Fuß darunter durchflogen
  • Zwei Luftfahrzeuge benutzen sich kreuzende Pisten, wobei der Flugweg des vorausfliegenden Luftfahrzeugs in der gleichen Höhe oder weniger als 1000 Fuß darunter durchflogen wird


Nachfolgend Vorausfliegend Mindeststaffelung
Light hinter Medium 5 NM
Heavy hinter Heavy 4 NM
Medium hinter Heavy 5 NM
Light hinter Heavy 6 NM
Heavy hinter Super 6 NM
Medium hinter Super 7 NM
Light hinter Super 8 NM


Alle anderen Konstellationen benötigen keine Wirbelschleppenstaffelung und werden gemäß der Radarstaffelungsmindestwerte separiert.
Wird die Staffelungsverpflichtung unter den gültigen Voraussetzungen an den Piloten delegiert bzw. ist sichergestellt, dass die nachfolgende Maschine die Wirbelschleppen der vorausfliegenden Maschine nicht kreuzt, so kann die Wirbelschleppenstaffelung vernachlässigt werden.

Anflüge[Bearbeiten]

Für die Anflugstaffelung am kontrollierten Platz ist in der Regel der Approach-Lotse zuständig. Für ihn gelten dabei grundsätzlich ebenfalls die Radar- bzw. Wirbelschleppenstaffelungswerte. Der Tower-Controller hat lediglich für die Aufrechterhaltung der Staffelung zu sorgen und ggf. Anweisungen zur Wiederherstellung der sicheren Separation zu erteilen.

Jegliche Veränderungen an der bestehenden Anflugsequenz (Geschwindigkeitsbeschränkungen, Go-arounds, etc.) sind in jedem Fall mit der angrenzenden Station zu koordinieren!

VFR-Verkehr[Bearbeiten]

VFR-Maschinen müssen untereinander in der Kontrollzone nicht gestaffelt werden. Sie erhalten lediglich Verkehrsinformationen und sind für den Abstand untereinander selbst verantwortlich. Dennoch ist bei einem auftretenden Airprox mit Ausweichempfehlungen zu reagieren!

Achtung: Gemäß der geltenden Prüfungsrichtlinien werden fehlende Verkehrsinformationen unter einem Abstand von 3 nautischen Meilen in der Prüfung wie ein Loss of Separation gehandhabt. Das gilt auch, wenn beide Maschinen den jeweils anderen nicht in Sicht haben. Das Examen gilt in beiden Fällen als nicht bestanden!

Geographische Staffelung[Bearbeiten]

In bestimmten, ausdrücklich erwähnten Situationen können zwei Maschinen unter dem Mindestwert als gestaffelt gelten, wenn sich die Fluggebiete in keinem Fall kreuzen (z.B. VFR Holdings, Ab- und Anflugrouten, besondere Lufträume ...)

Pistenstaffelung[Bearbeiten]

Pro Start- bzw. Landebahn darf zu jedem Zeitpunkt nur eine Freigabe ausgesprochen werden. Eine Nichteinhaltung dieser Regel führt in einer Prüfung zu einer Autofail-Situation!

  • Eine Startfreigabe darf erst erteilt werden, wenn die vorausfliegende Maschine den gegenüberliegenden Threshold überflogen hat oder seitlich abgedreht ist.
  • Eine Landefreigabe darf erst erteilt werden, wenn die vorausfliegende Maschine den gegenüberliegenden Threshold überflogen hat, seitlich abgedreht ist oder die Piste über einen Rollweg verlassen hat.
Eine Betriebspiste gilt auch dann als belegt, wenn eine Line-up- oder Crossing-Clearance ausgesprochen wurde. Ebenso verhält es sich mit Tiefanflügen, Touch-and-Goes sowie Durchstartemanövern.