Ground GND

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Der Ground-Lotse ist primär für alle Vorfeld-Bewegungen zuständig. Das heißt grundsätzlich fängt der Zuständigkeitsbereich mit der Freigabe zum Pushback an und hört mit dem Erreichen des Flugzeugs am Rollhalt der aktiven Piste auf. Bei Flugzeugen, die auf dem Airport landen, ist "Ground" ab Verlassen der Runway bis zum Erreichen des zugewiesenen Gates bzw. der Parkposition zuständig.

Ist kein Delivery-Lotse online, übernimmt der Ground-Lotse auch seine Aufgaben.

Pushback[Bearbeiten]

Da die meisten Flugzeuge nicht aus eigener Kraft rückwärts fahren können, gibt es Fahrzeuge, die an die Flugzeuge andocken und sie vom Gate zurückschieben. Diese Fahrzeuge heißen Pushback-Trucks, der Vorgang des "Zurückdrückens" heißt auf Englisch Pushback.

Für den Pushback wird eine Freigabe benötigt, die der Groundlotse erteilt. Meistens wird die Freigabe zum Starten der Turbinen (engine start-up) gleich dazugegeben:

Ground: Austrian 123K, start-up and push-back approved.
Pilot: start and push approved, Austrian 123K.

Wenn der Pushback in beide Richtungen eines Taxiways (= Rollweg) möglich (und sinnvoll) ist, dann sollte der Lotse die Richtung dazusagen. Es wird die Himmelsrichtung angegeben, in die die Nase des Flugzeugs nach dem Pushback schauen soll:

Ground: Austrian 123K, push-back approved facing south.
Pilot: push approved, facing south, Austrian 123K.

Es ist zu beachten, dass benachbarten Flugzeuge nicht gleichzeitig pushen und während dem Pushback kein rollender Verkehr entlangfährt, um Kollisionen zu verhindern.


Taxi[Bearbeiten]

Das Rollen am Boden heißt auf Englisch "taxiing", die Rollanweisungen sind also "taxi instructions".

Die Hauptaufgabe des Groundlotsen ist es, alle Abflüge (Departures) vom Gate zur Piste und alle Ankünfte (Arrivals) von der Piste zum Gate zu lotsen, und das ohne Kollisionen und mit so wenig Verzögerung wie möglich. Hierfür gibt der Lotse eine Freigabe bis zu einem Punkt (z.B. die Startbahn, ein Gate oder auch ein kreuzender Rollweg) und alle Rollwege (Taxiways) für die "Route". Taxiways haben normalerweise einen Buchstaben als Namen, z.B. Taxiway A (Alpha) oder G (Golf). Alle Taxiways sind in den Ground-Charts des jeweiligen Flughafens eingezeichnet.

Beispiel für abfliegenden IFR-Flug:

Ground: Austrian 217C, taxi to holding point runway 29 via M.
Pilot: taxiing to holding point runway 29 via M, Austrian 217C.

Beispiel für abfliegenden VFR-Flug:

Ground: OE-CMA, rollen Sie zum Rollhalt Piste 26 via D und E.
Pilot: rolle zum Rollhalt Piste 26 via D und E, OE-CMA.

Beispiel für ankommenden IFR-Flug:

Ground: Lufthansa 951A, taxi to gate F37 via M.
Pilot: taxiing to gate F37 via M, Lufthansa 951A.

Beispiel für ankommenden VFR-Flug:

Ground: OE-CUG, rollen Sie zum Parkbereich der allgemeinen Luftfahrt via G.
Pilot: rolle zum Parkbereich der allgemeinen Luftfahrt via G, OE-CUG.

Anmerkung: Die Buchstaben werden natürlich laut ICAO Funkalphabet ausgesprochen, also "Lufthansa niner-five-one-Alpha", "gate Foxtrot 37" und "via Mike".

Kleine Flugzeuge der allgemeinen Luftfahrt (z.B. Cessna, Katana,...) werden wenn vorhanden zum "General Aviation Terminal" (GAT) oder auf Deutsch zum "Parkbereich der allgemeinen Luftfahrt" geschickt.

Air-Taxi[Bearbeiten]

Hubschrauber starten auch meistens von einer Start- und Landebahn. Um dort hinzukommen, schweben sie in geringer Höhe über die Rollwege (sogenanntes air-taxiing).

Für den Lotsen macht das keinen Unterschied, er gibt die Rollanweisung genau wie für Flugzeuge, man ersetzt lediglich "taxi" durch "air-taxi":

Ground: Christophorus 9, air-taxi to holding point runway 26 via C.
Pilot: air-taxiing to holding point runway 26 via C, Christophorus 9.

Follow-Me-Car[Bearbeiten]

Follow-Me-Cars sind Fahrzeuge des Flughafenbetreibers, die Flugzeuge zum Gate begleiten. Sie sind meistens gelb-schwarz, fahren voraus und die Flugzeuge folgen in geringem Abstand. Ein Follow-Me-Car mit folgendem Flugzeug gilt als eine Einheit, der Autofahrer übernimmt die Verantwortung für das folgende Flugzeug.

Für den Lotsen ist die Kommunikation einfach. Er sagt dem Follow-Me-Fahrer die Parkposition und die Route und sagt dem Flugzeug dann, dass er dem Einweiser folgen soll:

Ground: AirBerlin 650, follow the marshaller (to gate F31).
Pilot: following the marshaller (to gate F31), AirBerlin 650.

Auf IVAO werden Follow-Me-Cars nur selten verwendet, die Bedingungen für die Verwendung findest du im Artikel


On Blocks[Bearbeiten]

Oft melden Flugzeuge mit der Phrase "on blocks" dass sie ihr Gate erreicht haben und der Flug sozusagen abgeschlossen ist. Für den Lotsen ist der Job damit beendet, er sagt nur noch dass das Verlassen der Frequenz genehmigt ist:

Beispiel für IFR:

Ground: Austrian 85B, leaving approved, tschüss!
Pilot: leaving approved, danke für den Service, Austrian 85B.

Beispiel für VFR:

Ground: OE-CKM, verlassen der Frequenz genehmigt, bis zum nächsten Mal!
Pilot: verlassen der Frequenz genehmigt, servus, OE-CKM.


Übergabe zum Tower[Bearbeiten]

Spätestens wenn das Flugzeug den Haltepunkt der Startbahn erreicht, wird er zum Tower übergeben. Der Towerlotse ist für alle Bewegungen auf den Start- und Landebahnen zuständig, d.h. Ground darf auf keinen Fall selbständig Freigaben zum Überqueren oder Befahren einer Piste geben.

Die Übergabe sollte so früh wie möglich erfolgen, also wenn das Flugzeug noch rollt (damit der Tower gleich die Startfreigabe geben kann und der Pilot nicht unnötig abbremsen und stehenbleiben muss). Aber nicht zu früh (damit keine Konflikte z.B. bei kreuzenden Rollwegen vorkommen können).

Ground: Condor 03U, contact Wien Tower on 119.4.
Pilot: contacting Wien Tower on 119.4, tschüss! Condor 03U.

Der Tower übergibt ankommende Flugzeuge zum Groundlotsen, sobald sie die Landebahn verlassen haben. Die Übergabe kann auch schon früher erfolgen, wenn erkennbar ist, dass der Pilot die Piste gleich verlässt.