IFR Funkbeispiel

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Einleitung[Bearbeiten]

Untenstehendes Funkbeispiel bezieht sich auf einen Flug nach Instrumentenflugregeln (IFR) von Salzburg (LOWS) nach Wien (LOWW). Der Flug führt uns über die Standard Instrument Departure, kurz SID, NEMAL3A zum Wegpunkt NEMAL. Anschließend befliegen wir die NEMAL1W – Standard Terminal Arrival Route, kurz STAR, welche uns Richtung Wien bringt. Der Reiseflug findet in einer Höhe von 19000 Fuß, also auf Flugfläche 190 statt. Der gewählte Flugzeugtyp ist hier nebensächlich, kann aber entsprechend unserem Beispiel-Callsign, AUA9BF, eines der AUA-Flotte, also A319/320/321 bzw. E195 und D8HD sein. Hier findet ihr nochmal den gesamten Flugplan:

(FPL-AUA9BF-IS
-1/E195/M-SDE2E3FGIJ1RWY/LB1
-LOWS1135
-N0320F190 NEMAL3A NEMAL NEMAL1W
-LOWW0039 LOWL
-PBN/A1B1D1S1S2T1T2 DOF/200405 REG/OELWH CODE/440824 RVR/200 IFP/MODESASP OPR/AUA ORGN/EDDFAUAX PER/C RMK/TCAS)

ATC-Clearance[Bearbeiten]

Als erstes erbittet der Pilot die IFR-Clearance. Das ist die Streckenflugfreigabe und enthält die Abfluginformationen/Anweisungen.

  LFZ: SALZBURG TOWER, AUSTRIAN 9BF, INFORMATION ALPHA, REQUEST IFR CLEARANCE.

Durch die Angabe "Information A" meldet der Pilot, dass er die ATIS der Version "A" abgehört hat. Er bekommt dann vom Lotsen die entsprechende SID zugeteilt und einen Squawk zugewiesen. Die SID wählt der Lotse übrigens entsprechend der aktiven Piste.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, [INFORMATION ALPHA CORRECT], CLEARED TO WIEN, [VIA] NEMAL3A DEPARTURE ROUTE, [CLIMB] 6000 FEET, SQUAWK 1350.
  LFZ: CLEARED TO WIEN, [VIA] NEMAL 3 ALPHA, [CLIMB] 6000 FEET, SQUAWK 1350, AUSTRIAN 9BF.
Auch wenn der Initial Climb, also die Höhe, auf die der Pilot ohne weitere Freigabe nach dem Start steigen darf, in den Charts angegeben wird, muss er bei der Freigabe vom Lotsen dazugesagt und vom Piloten zurückgelesen werden.
Falls der Pilot beim Readback einen Fehler macht, muss ihn der Lotse darauf hinweisen und den Fehler korrigieren.

Start-up-Clearance[Bearbeiten]

Der Push-back vom Gate und das Anlassen der Triebwerke dürfen erst nach der Freigabe durch ATC erfolgen. Hintergrund: Der Lotse überblickt die Situation am Boden. Falls z.B. mit einem verzögerten Abflug zu rechnen ist, wird diese Freigabe erst später erteilt, anstatt das Flugzeug mit laufenden Triebwerken warten zu lassen. Üblicherweise ist in LOWS kein push-back notwendig und der Pilot kann nach dem start-up direkt aus der Position rollen. Sollte aber zum Beispiel aufgrund einer Einschränkung durch die Szenerie ein push-back notwendig sein spricht nichts dagegen, diesen zu requesten/genehmigen.

  LFZ: AUSTRIAN 9BF, REQUEST START UP [AND PUSH BACK].
  ATC: AUSTRIAN 9BF, START UP [AND PUSH BACK] APPROVED, QNH 1023.
  LFZ: START UP [AND PUSH BACK] APPROVED, QNH 1023, AUSTRIAN 9BF.

Rollfreigabe[Bearbeiten]

Wie beschrieben möchte der Pilot nun zum Rollhalt der zugewiesenen Piste rollen, nachdem die Triebwerke angelassen wurden.

  LFZ: AUSTRIAN 9BF, REQUEST TAXI.
  ATC: AUSTRIAN 9BF, TAXI TO HOLDING POINT RUNWAY 33, VIA EXIT 4, LIMA AND FOXTROT.
  LFZ: TAXIING TO HOLDING POINT RUNWAY 33, VIA EXIT 4, LIMA AND FOXTROT, AUSTRIAN 9BF.

Diese Rollfreigabe beeinhaltet einerseits die Information über welche „Rollgasse“, hier EXIT 4, der Pilot auf den Rollweg LIMA rollen soll, sowie welcher Rollhalt der Piste, hier FOXTROTT, zugewiesen wurde. Ein Blick auf die Chart verdeutlicht die zugewiesen Route.

Variante:

  ATC: AUSTRIAN 9BF, TAXI TO HOLDING POINT RUNWAY 33 VIA EXIT 4, LIMA AND FOXTROT, GIVE WAY TO AIRBUS A320 CROSSING LEFT TO RIGHT ON LIMA.

In diesem Fall bindet der ATC seine Rollfreigabe direkt an die Konfliktlösung und regelt in welcher Reihenfolge gerollt wird. Die Phrase „give way“ ist in verschiedenen Situationen anwendbar und muss sich nicht nur auf die Rollfreigabe beziehen.

Take-off-Freigabe[Bearbeiten]

Nun rollt der Pilot über die zugewiesen Route zur Startbahn. Sofern er sich abflugbereit gemeldet hat kann die Startfreigabe übermittelt werden.

  LFZ: AUSTRIAN 9BF, READY FOR DEPARTURE.

Die Startfreigabe hat immer in dieser Reihenfolge, also Callsign, Wind aus der METAR, Piste und „cleared for takeoff“ zu erfolgen. Nachdem sich der Pilot in einem sicheren Steigflug so etwa 1500-2500ft über Grund befindet kann der Hand-Off zur nächsten Station oder auf UNICOM erfolgen.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, WIND 010 DEGREES 7 KNOTS, RUNWAY 33, CLEARED FOR TAKE OFF.
  LFZ: RUNWAY 33, CLEARED FOR TAKE OFF, AUSTRIAN 9BF.

Nachdem der Pilot einen sicheren Steigflug eingeleitet hat, erfolgt der Transfer zu Salzburg Radar.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, CONTACT SALZBURG RADAR, 123.725.
  LFZ: CONTACTING SALZBURG RADAR, 123.725, AUSTRIAN 9BF.

Wichtig: Im Zusammenhang mit UNICOM wird statt „contact“ das Wort „monitor“ verwendet!

Steigflug[Bearbeiten]

Beim Erstkontakt mit der Radar-Station meldet der Pilot seine aktuelle und seine freigegebene Flughöhe.

  LFZ: SALZBURG RADAR, AUSTRIAN 9BF, 2500 FEET CLIMBING 6000 FEET.
  ATC: AUSTRIAN 9BF, SALZBURG RADAR, IDENTIFIED, CLIMB FLIGHT LEVEL 120.
  LFZ: CLIMBING FLIGHT LEVEL 120, AUSTRIAN 9BF.

Nachdem der Lotse den Piloten begrüßt hat und ihn mit „radar contact“ auch eindeutig auf dem Radarschirm identifizieren konnte, kann nun der weitere Steigflug freigegeben werden. Auch ein „direct“ zu einem Wegpunkt wäre denkbar. Achtung: MVA!

  ATC: AUSTRIAN 9BF, CLEARED DIRECT NEMAL.
  LFZ: CLEARED DIRECT NEMAL, AUSTRIAN 9BF.

Einige Zeit bevor der Pilot den Sektor verlässt bzw. die freigegebene Flughöhe erreicht soll der Pilot auf die nächste Frequenz geschickt werden. Dabei sollte verhindert werden, dass das Luftfahrzeug auf FL120 „auslevellen“ muss – das Handoff sollte also rechtzeitig erfolgen.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, CONTACT WIEN RADAR, 134.350.
  LFZ: CONTACTING WIEN RADAR, 134.350.

Reiseflug[Bearbeiten]

Auch hier gibt der Pilot beim Erstkontakt die aktuelle Flughöhe an. Der Lotse kann so überprüfen, die Angabe des Piloten mit der angezeigten Höhe am Radar übereinstimmt.

  LFZ: WIEN RADAR, AUSTRIAN 9BF, FLIGHT LEVEL 120.
  ATC: AUSTRIAN 9BF, WIEN RADAR, IDENTIFIED, CLIMB FLIGHT LEVEL 190.
  LFZ: CLIMBINF FLIGHT LEVEL 190, AUSTRIAN 9BF.
  …
  ATC: AUSTRIAN 9BF, CLEARED NEMAL1W ARRIVAL, EXPECT ILS APPROACH RUNWAY 34, [REPORT READY FOR DESCENT].
  LFZ: CLEARED NEMAL1W ARRIVAL, EXPECTING ILS APPROACH RUNWAY 34, [REPORTING READY FOR DESCENT].

Nun wurde der Pilot einerseits zum weiteren Steigflug und andererseits für die STAR freigegeben. Die aktive Piste erfährt der Pilot üblicherweise vom APP-Lotsen, sofern dieser online ist. Sollte keine Freigabe für die STAR erfolgen kann der Pilot kurz vor Erreichen von NEMAL den Lotsen mit „AUA9BF, reaching NEMAL“ darauf aufmerksam machen. Sollte dennoch keine Freigabe erfolgen muss der Flieger ins Holding über NEMAL gehen.

Sinkflug[Bearbeiten]

  LFZ: AUSTRIAN 9BF, REQUEST DESCENT.
  ATC: AUSTRIAN 9BF, DESCEND FLIGHT LEVEL 170.
  LFZ: DESCENDING FLIGHT LEVEL 170, AUSTRIAN 9BF.

Nun sinkt der Pilot auf das zugewiesene Flight Level und fliegt über die NEMAL1W Arrival Richtung Wien. Wiederrum rechtzeitigt erfolgt das Handoff zu LOWW_APP. Sollte dieser nicht online sein übernimmt LOVV_CTR dessen Aufgaben. Nach diesem Top-Down Verfahren funktioniert übrigens das gesamte ATC-Wesen auf IVAO.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, CONTACT WIEN RADAR, 134.675.
  LFZ: CONTACTING WIEN RADAR, 134.675, AUSTRIAN 9BF.

Anflug[Bearbeiten]

  LFZ: WIEN RADAR, AUSTRIAN 9BF, FLIGHT LEVEL 185 DESCENDING FLIGHT LEVEL 170, INBOUND MASUR, INFORMATION CHARLIE.
  ATC: AUSTRIAN 9BF, WIEN RADAR, IDENTIFIED, DESCEND FLIGHT LEVEL 120, EXPECT ILS APPROACH RUNWAY 34.
  LFZ: DESCENDING FLIGHT LEVEL 120, EXPECTING ILS APPROACH RUNWAY 34, AUSTRIAN 9BF.

Beim Einleitungsruf zur Anflug-Station muss erneut eine ATIS Information bestätigt werden. Dies ist nur konsequent, da man sich ohnehin zu diesem Zeitpunkt mit den darin enthaltenen Informationen wie Wetter und aktive Piste beschäftigt haben sollte.

Warum inbound MASUR? Wie ihr der STAR Karte entnehmen könnt befindet sich auf der NEMAL1W STAR auch der Wegpunkt MASUR. Dieser liegt genau an der Grenze zwischen LOWW_APP und LOVV_CTR und sollte auf FL170 überflogen werden – siehe Chart.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, AFTER NEMAL DIRECT TO BALAD, DESCEND 8000 FEET, QNH 1024.
  LFZ: AFTER NEMAL DIRECT TO BALAD, DESCENDING 8000 FEET, QNH 1024, AUSTRIAN 9BF.
  …
  ATC: AUSTRIAN 9BF, LEAVE BALAD HEADING 070, DESCEND 3000 FEET.
  LFZ: LEAVING BALAD HEADING 070, DESCENDING 3000 FEET, AUSTRIAN 9BF.
  …
  ATC: AUSTRIAN 9BF, SPEED 210 KNOTS OR LESS, TURN LEFT HEADING 010, CLEARED ILS APPROACH RUNWAY 34.
  LFZ: SPEED 210 KNOTS OR LESS, TURNING LEFT HEADING 010, CLEARED ILS APPROACH RUNWAY 34, AUSTRIAN 9BF.
  …
  LFZ: AUSTRIAN 9BF, ESTABLISHED ILS APPROACH RUNWAY 34.
  ATC: AUSTRIAN 9BF, NO SPEED RESTRICTION, CONTACT WIEN TOWER, 119.400.
  LFZ: CONTACTING WIEN TOWER, 119.400, AUSTRIAN 9BF.

Hinweis:Näheres zum Vectoring und Sequencing im Approach Bereich erfahrt ihr gerne in einem gesonderten Artikel. Obenstehende Flugführung ist nur eine von vielen Möglichkeiten, die ihr im Rahmen des APC-Ratings beherrschen sollt.

Landung[Bearbeiten]

  LFZ: WIEN TOWER, AUSTRIAN 9BF, [ILS APPROACH RUNWAY 34].
  ATC: AUSTRIAN 9BF, WIEN TOWER, WIND 310 DEGREES 6 KNOTS, RUNWAY 34, CLEARED TO LAND, [REPORT RUNWAY VACATED].
  LFZ: RUNWAY 34, CLEARED TO LAND, AUSTRIAN 9BF.

Variante:

  ATC: AUSTRIAN 9BF, GO AROUND, I SAY AGAIN, GO AROUND, TRAFFIC ON THE RUNWAY. 

Hier wurde lotsenseitig ein Go Around angewiesen, weil der Abstand zwischen vorherigem und nachfolgendem Flugzeug gefährlich gering wurde. Nachdem der Go-around eingeleitet wurde kann nach einiger Zeit die Anweisung „AUA9BF, contact Wien Radar 134.675“ gegeben werden. Danach wird der Pilot neuerlich in die Anflugs-Sequenz eingefädelt.

Nach der Landung[Bearbeiten]

Nach dem zügigen Verlassen der Piste wird der Pilot zur Ground-Station weitergeschickt. Das bedeutet aber nicht, dass sich der Pilot 0,1 Millimeter nach der Piste einbremsen soll, um dort so lange auszuharren bis entsprechende Anweisungen des Ground Lotsen kommen. Der Wechsel soll ununterbrochen und zügig stattfinden.

  ATC: AUSTRIAN 9BF, CONTACT WIEN GROUND, 121.600. 
  LFZ: CONTACTING WIEN GROUND, 121.600. 
  LFZ: WIEN GROUND, AUSTRIAN 9BF, [RUNWAY 34 VACATED].
  ATC: AUSTRIAN 9BF, TAXI GATE F23 VIA DELTA, LIMA AND WHISKEY.
  LFZ: TAXIING GATE F23 VIA DELTA, LIMA AND WISKEY, AUSTRIAN 9BF.

Variante:

  ATC: AUSTRIAN 9BF, TAXI GATE F16 VIA DELTA, EXIT 22.

Kleiner Exkurs auf LOWW_GND: Die Taxilines werden bei der Rollfreigabe grundsätzlich nicht dazugesagt. Auch hier reichen unter Umständen nur die Rollwege bzw. eine „Rollweg-EXIT“- Kombination.

Diese bzw. ähnliche Phraseologie findet ihr in unserem Beispielvideo zur „Einführung ins Lotsen“. Unser Format „Radar Contact“ soll euch Wissen in praktischerer Form vermitteln und gelesenes verdeutlichen. Ein Blick auf unseren Youtube Account lohnt sich jedenfalls.

Die Meldung ON BLOCKS entfällt, es sei denn, die Meldung ist seitens ATC explizit gefordert!